PSYCHIATRIE IN SACHSEN - DAS JAHR 1990

Einführung

1990 gründeten sich in Sachsen auf allen Ebenen Fachverbände und Interessenvertretungen. .

Freie Wohlfahrtspflege

Mit dem Einigungsvertrag konnten sich die Freien Wohlfahrtsverbände etablieren. Gemäß dem Subsidiaritätsprinzip gingen staatliche Aufgaben in die Hände der freien Träger der Wohlfahrtspflege über.
1990 formierte sich die Innere Mission und bildete zusammen mit dem Evangelischen Hilfswerk das Diakonische Werk Sachsen.
Viele der neuen, in der komplementären psychiatrischen Versorgung tätigen Vereine organisierten sich in dem am 11. Juli 1990 gegründeten Paritätischen Landesverband Sachsen. Dazu gehörte auch der Landesverband Sachsen e.V. der Volkssolidarität.  

Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie

Aus der Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie, der einzigen Fachgesellschaft der Psychiatrie in der DDR, gliederte sich die Sektion Psychiatrie heraus und bildete am 9. Juni 1990 die Gesellschaft für Psychiatrie und Nervenheilkunde der DDR. Diese Vereinigung löste sich 1991 auf, die Vorstandsmitglieder wurden in die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie (DGPN) – seit 1992 Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) kooptiert.
Vom 5. bis 7. Februar 1990 fand in Leipzig der »1. Kongress der Psychiatrie der DDR mit internationaler Beteiligung« statt. Der Kongress öffnete sich erstmals auch für nichtärztliche Berufsgruppen und war eine Wegmarke zur Gründung der Gesellschaft für kommunale Psychiatrie.

Stationäre Psychiatrie

Am 23. November 1990 wurde der Verein sächsischer Krankenhauspsychiater gegründet.
Im April 1990 nahmen die Direktoren der psychiatrischen Krankenhäuser der DDR an der ersten gemeinsamen Bundesdirektorenkonferenz (BDK) – Verband leitender Ärztinnen und Ärzte der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie – in Freiburg teil.
Vom 29. November bis 1. Dezember 1990 fand in Berlin die von der Aktion Psychisch Kranke (APK) und der BDK veranstaltete Tagung »Grundlagen und Gestaltungsmöglichkeiten der Versorgung psychisch Kranker und Behinderter in der Bundesrepublik und auf dem Gebiet der ehemaligen DDR« statt.
Der Arbeitskreis der Leiter der psychiatrischen und psychiatrisch-neurologischen Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern in der Bundesrepublik Deutschland traf sich am 1./2. Februar 1991 in Reinhardsbrunn bei Friedrichroda (Thüringen).




 
Quellen:
Walter Ricard, Fritz Reimer, AKTION PSYCHISCH KRANKE, ARBEITSKREIS DER ÄRZTLICHEN LEITER öffentlicher psychiatrischer Krankenhäuser und Abteilungen in der Bundesrepublik (Hrsg.) (1992) Grundlagen und Gestaltungsmöglichkeiten der Versorgung psychisch Kranker und Behinderter, Tagungsberichte Band 19, Köln: Rheinland-Verlag
 www.apk-ev.de/fileadmin/downloads/Band_19.pdf

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